Das Dritte Narrativ

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Team: Mina Khani, Zahra Mousavi, Yasmin Fahbod und Shirin Namazi für Hiraeth Kollektiv & Maren Becker, Laura Pföhler und Jolanda Uhlig für STERNA | PAU

Die Premiere musste krankheitsbedingt leider verschoben werden. We keep you updated!



Ein Tanzstück über die Situation von FLINTA-Personen in Iran, das scheint ein Widerspruch in sich zu sein: Ist es doch so, dass das Tanzen in der Öffentlichkeit besonders für Frauen und feminin gelesene Körper und Personen verboten ist. Inmitten der festgefahrenen Diskurse, die entweder für oder gegen Kopftuch, Hijab und Tschador argumentieren, haben die Künstlerinnen des Hiraeth Kollektivs, selbst mit iranischer und afghanischer Migrationsgeschichte, beschlossen, sich den Diskurs anzueignen. Sie entwickeln auf der Bühne, mit Musik und Tanz, mit Klängen und Bewegung also, eine dritte Position: das dritte Narrativ. Zusammen mit STERNA | PAU und deren Musik untersuchen sie außerdem, was diese dritte Position mit den Menschen in Deutschland ohne familiäre Wurzeln in Iran zu tun hat. 

Aus einer sehr persönlichen Perspektive wird hier auf die Geschichte Irans seit der Revolution 1979 geblickt. Es werden unterschiedliche Perspektiven eingenommen. Die Auseinandersetzung um den Hijab ist ein politischer Kampf geworden und es war schon immer ein politischer Kampf. „Das dritte Narrativ“ blickt zurück in die Geschichte und auf Frauen, die schon im Jahr 1979 (8. März) nach der Revolution gegen den Befehl von Khomeini zur Zwangsverschleierung auf die Straße gingen. Das Stück will die Position dieser Frauen in den vergangenen Jahrzehnten in Iran zugänglich machen. „Das dritte Narrativ“ ist aber dabei vor allem auch ein Tanzstück: Die Choreografie ist eine Überschreibung der Inszenierung „Fase“ von Anne Teresa De Keersmaeker, einer ikonischen Arbeit aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Begleitet wird die Choreografie aber anders als bei De Keersmaeker nicht von minimalistischer Musik, sondern von Musik, die von STERNA | PAU komponiert, gesampelt und live gespielt wird.

Gefördert von Kulturbüro der Stadt Dortmund, NRW Kultursekretariat und Landesbüro Freie Darstellende Künste. In Koproduktion mit dem Theater im Depot.